Empfehlung #9

Gesundheitsinformationen nutzerfreundlich gestalten

Warum ist das wichtig?

Dass die Mehrheit der Bevölkerung in Deutschland Schwierigkeiten hat, gesundheitsrelevante Information zu verstehen, einzuschätzen und zu nutzen, stellt neue Anforderungen an die Gestaltung solcher Informationen. Dies gilt für gesundheitsrelevante Informationen in den Medien ebenso wie für Packungsbeilagen von Arzneimitteln, Aufklärungsbögen oder sozialrechtliche Informationsangebote,  die derzeit besonders für Menschen mit geringer Gesundheitskompetenz kaum verständlich sind. Dazu gehören eine nutzerfreundliche Aufbereitung von Informationen sowie eine laienverständliche Sprache und Textstruktur. Darüber hinaus  ist erforderlich, die Gestaltung von Information an den Rezeptionsgewohnheiten, Kompetenzvoraussetzungen und Präferenzen der unterschiedlichen Nutzergruppen auszurichten und Nutzer in die Erstellung von Information einzubeziehen. Auch ist zu beachten, dass viele Menschen Unterstützung bei der Informationssuche und -verarbeitung benötigen und insbesondere die Einschätzung von Informationen auf Schwierigkeiten stößt.

Was ist zu tun?

  • Verbindliche Standards für die Erstellung von wissenschaftlich fundierten, verständlichen, erfahrungsnahen und lebensweltorientierten Patienteninformationen und deren Gebrauchstauglichkeit („usability“) auf nationaler Ebene weiterentwickeln und dabei die Informationsbedürfnisse unterschiedlicher Ziel- und Adressatengruppen sowie die kulturelle Diversität berücksichtigen
  • Gesundheitsrelevante Informationen vereinfachen, etwa indem sie in Einfacher Sprache verfasst werden; außerdem sollten multimediale Formate eingesetzt werden, sodass auch Menschen mit eingeschränkten Lesefähigkeiten die Informationen nutzen können
  • Die Informationsbeschaffung und -verarbeitung durch individuelle und flexible Beratungsangebote gezielt unterstützen; die Nutzer zugleich in einem problemlösungsorientierten Beratungsprozess begleiten und sie vor Ort im persönlichen Gespräch, aber auch mittels Telefon, Videoberatung und medialer Angebote effektiv unterstützen
  • Potenzielle Nutzer (und auch Selbsthilfeinitiativen) von Anfang an in die Erstellung und Gestaltung von Informationen einbeziehen und dabei die Möglichkeiten der Digitalisierung nutzen

die empfehlungen des aktionsplans

Für Detailinformationen klicken Sie bitte auf die einzelnen Empfehlungen:

EMPFEHLUNG #1

Das Erziehungs- und Bildungssystem in die Lage versetzen, die Förderung von Gesundheitskompetenz so früh wie möglich im Lebenslauf zu beginnen 

 

EMPFEHLUNG #2

Die Gesundheitskompetenz im Beruf und am Arbeitsplatz fördern 

 

EMPFEHLUNG #3

Die Gesundheitskompetenz im Umgang mit Konsum- und Ernährungsangeboten stärken

 

EMPFEHLUNG #4

Den Umgang mit Gesundheitsinformationen in den Medien erleichtern

 

EMPFEHLUNG #5

Die Kommunen befähigen, in den Wohnumfeldern die Gesundheits- kompetenz ihrer Bewohner zu stärken

 

EMPFEHLUNG #6

Gesundheitskompetenz als Standard auf allen Ebenen im Gesundheitssystem verankern 

 

EMPFEHLUNG #7

Die Navigation im Gesundheitssystem erleichtern, Transparenz erhöhen und administrative Hürden abbauen

 

EMPFEHLUNG #8

Die Kommunikation zwischen den Gesundheitsprofessionen und Nutzern verständlich und wirksam gestalten

 

EMPFEHLUNG #10

Die Partizipation von Patienten erleichtern und stärken

 

EMPFEHLUNG #11

Gesundheitskompetenz in die Versorgung von Menschen mit chronischer Erkrankung integrieren

 

EMPFEHLUNG #12

Einen gesundheitskompetenten Umgang mit dem Krankheitsgeschehen und seinen Folgen ermöglichen und unterstützen 

 

EMPFEHLUNG #13

Fähigkeit zum Selbstmanagement von Menschen mit chronischer Erkrankung und ihren Familien stärken

 

EMPFEHLUNG #14

Gesundheitskompetenz zur Bewältigung des Alltags mit chronischer Erkrankung fördern

 

EMPFEHLUNG #15

Die Forschung zur Gesundheitskompetenz ausbauen