Die gesellschaftliche Relevanz digitaler Gesundheitskompetenz ist inzwischen unübersehbar, denn in allen Lebensbereichen schreitet die Digitalisierung zügig voran – auch im Gesundheits-wesen.
Die digitale Gesundheitskompetenz, also die Fähigkeiten, im Internet relevante Gesundheitsinformation zu suchen, zu finden, sie zu verstehen, deren Zuverlässigkeit zu beurteilen und sie umzusetzen, ist in der Bevölkerung in Deutschland schwach ausgeprägt: Mehr als drei Viertel (71,1%) der Bevölkerung hat Schwierigkeiten, digitale Gesundheitsinformationen zu finden und angemessen mit ihnen umzugehen. 17,1% der Bevölkerung geben an, hierbei keinerlei Schwierigkeiten zu haben, bei weiteren 11,2% kann die digitale Gesundheitskompetenz als ausreichend eingestuft werden.
Besonders Menschen mit niedrigem Sozialstatus (85,6%), im höheren Alter (84,9%), Menschen mit niedrigem Bildungsniveau (81,8%) sowie Menschen mit mehreren chronischen Erkrankungen (78,4%) verfügen über eine geringe digitale Gesundheitskompetenz. Bei Menschen mit Migrationsgeschichte ist der Anteil geringer digitaler Gesundheitskompetenz mit 67,6% etwas niedriger als in der Allgemeinbevölkerung.
Die Ergebnisse vedeutlichen, dass die digitale Gesundheitskompetenz in Deutschland dringend der Verbesserung bedarf und hier erheblicher Handlungsbedarf besteht. Bei der Konzipierung von Interventionen sind vulnerable Bevölkerungsgruppen besonders zu adressieren, denn die Daten bestätigen, dass nach wie vor eine große digitale Kluft zwischen einzelnen Bevölkerungsgruppen besteht.
Die repräsentative Studie HLS-GER 3 zeigt: 55,7% der Bevölkerung in Deutschland weist eine geringe Gesundheitskompetenz auf. 18,1% Prozent verfügt über eine exzellente, 26,3% über eine ausreichende Gesundheitskompetenz.
In vielen Ländern sind die Gesundheitssysteme immer komplexer und unüberschaubarer geworden. Das deutsche Gesundheitssystem bildet hiervon keine Ausnahme und die Anforderungen an die Orientierung und Navigation sind in den letzten Jahren gestiegen.
Um das Gesundheitssystem bestmöglich zur Erhaltung oder Wiederherstellung der eigenen Gesundheit nutzen zu können, ist es notwendig, auch die Kommunikation und Interaktion mit den Gesundheitsprofessionen möglichst konstruktiv zu gestalten.