Ergebnisse im internationalen Vergleich

Mit dem Europäischen Health Literacy Survey (HLS-EU: 2009-2012) erfolgte erstmalig eine Erhebung der Gesundheitskompetenz in insgesamt acht europäischen Ländern. Der europäische Vergleich zeigt, dass Deutschland lediglich im Mittelfeld rangiert. In den Niederlanden, Irland und Polen ist der Anteil eingeschränkter Gesundheitskompetenz in der Bevölkerung deutlich niedriger als in Deutschland. Auch im Vergleich mit den am HLS-EU beteiligten Ländern schneidet Deutschland nicht besonders gut ab. So ist der Anteil an problematischer Gesundheitskompetenz in Deutschland höher als im EU-Gesamtdurchschnitt und zugleich ist hier der niedrigste Anteil an exzellenter Gesundheitskompetenz zu finden.

Mit 7,3 Prozent liegt er deutlich unter dem europäischen Gesamtdurchschnitt (16,5 Prozent) und rangiert hinter allen am HLS-EU beteiligten Ländern und ebenso hinter Nordrhein-Westfalen, das seinerzeit für Deutschland am HLS-EU teilgenommen hatte. Lediglich Österreich und Spanien verfügen über einen ähnlich geringen Anteil an Befragten, denen der Umgang mit Gesundheitsinformationen keine besonderen Schwierigkeiten bereitet. Bei einer Interpretation ist allerdings zu beachten, dass sich die Gesundheitssysteme der beteiligten Länder teilweise erheblich unterscheiden. 

Offizieller Informationsfilm der europäischen Studie

Der offizielle Informationsfilm zur europäischen Studie HLS-EU erklärt den Begriff Gesundheitskompetenz ausführlich, führt in die Thematik ein und stellt die Forschungsergebnisse aus acht europäischen Ländern gegenüber.

Deutschland als Teil des neuen Health Literacy Surveys

Mit dem neuen Health Literacy Survey (HLS19: 2019-2021) des WHO Action Networks on Measuring Population and Organizational Health Literacy (M-POHL), werden voraussichtlich noch in diesem Jahr neue internationale Erkenntnisse zur Gesundheitskompetenz in 17 Ländern der erweiterten Europäischen Region der WHO erwartet. Hauptziel des HLS19-Projekts ist eine möglichst standardisierte international vergleichende Erhebung der Gesundheitskompetenz der Bevölkerung. Der HLS19 baut konzeptionell auf der europäischen Erhebung auf, erfährt aber eine methodische sowie thematische Erweiterung.

 

Mit der HLS-GER 2 Studie beteiligt sich Deutschland am HLS19 und ist seit Initiierung des Surveys wichtiger Partner des M-POHL Netzwerks. Das Projekt wird vom Internationalen Coordinating Centre des HLS19 (ICC) unter Leitung von Prof. Dr. Jürgen Pelikan koordiniert. 

Forschungsergebnisse für Deutschland

Eine 2021 veröffentlichte repräsentative Studie zeigt: 58,8 Prozent der Bevölkerung in Deutschland weist eine geringe Gesundheitskompetenz auf. 14,7 Prozent verfügt über eine exzellente, 26,5 Prozent über eine ausreichende Gesundheitskompetenz.

Notfallversorgung

Warum ist Gesundheitskompetenz wichtig?

Je nachdem, wie ausgeprägt die Gesundheitskompetenz ist, zeigen sich Unterschiede bei der Einschätzung des eigenen Gesundheitszustands und dem Gesundheitsverhalten, bei der Nutzung des Gesundheitssystems sowie beim Informationsverhalten.